In der Prärie östlich von Rapid City findet sich einer der eher unbekannten Nationalparks, der Badlands National Park. Diesen wollen wir heute besuchen.
Da wir in Rapid City zwei Tage bleiben wollen und daher heute nur einen Tagesausflug machen, entfällt das Koffer- und Autopacken und wir können ganz entspannt aufbrechen.
Auf der South Dakota 44 fahren wir südostwärts, zunächst durch leicht hügeliges Weideland, das bald in die Prärielandschaft des "Buffalo Gap National Grassland" übergeht.
Die sanft geschwungene Landschaft geht erst am Horizont, dann bald auch vor uns über in eine zerklüftete Szenerie aus Säulen, scharfen Bergrücken und engen Canyons über.
Diese Formationen wurden durch das Wasser geschaffen, das seit ewigen Zeiten an den weichen Felsen genagt hat. War die Landschaft ursprünglich Meeresboden, hob sie sich im Zuge der Kontinentalverschiebung empor. Über Jahrmillionen häuften sich Gesteinsschichten übereinander, die aus vulkanischer Asche und von urzeitlichen Flüssen abgelagerten Sedimenten und Kies bestehen. Diese verschiedenen Schichten sind heute noch als bunte Streifen erkennbar, da sie von der Erosion freigelegt wurden und mit dem schnellen Tempo von jährlich zweieinhalb Zentimeter weiterhin freilegt werden.
"The Wall" wird diese Gegend der zerklüfteten nackten Felsen genannt, da sie sich wie eine Mauer 80 Kilometer durch das Grasland zieht. Der andere Name "Badlands" stammt ursprünglich von französischen Trappern, die in den 1750er Jahren hier herumzogen und diese trostlose und frustrierende Gegend "Les mouvaises terres" nannten, also "Schlechtes Land" - oder "Badlands". Dieser Name setzte sich so schnell durch, dass ihn auch die hier lebenden Lakota- Indianer übernahmen.
Bereits seit langem als National Monument geschützt, erhob Präsident Jimmy Carter die Badlands 1978 zum Nationalpark. Eine spannende bizarre Landschaft also, die wir heute erleben wollen.
Es gibt eine Scenic Route, die quer durch den Park führt und die immer neue An- und Aussichten bietet.
Wir gehen mehrere kleine Trails, um ein wenig abseits der Straße den Steinformationem und Schluchten näher zu kommen. Einer der Trails, der "Fossil Exhibit Trail", zeigt, welche Fossilien hier gefunden wurden, in Form von Nachbildungen der echten Versteinerungen. Außerdem wird hier an vielen Stellen darauf hingewiesen, wie man sich verhalten soll, wenn man zufällig etwas findet. Und das kommt nicht von ungefähr: Vor einigen Jahren entdeckte ein siebenjähriges Mädchen den Zahn eines Säbelzahntigers.
Auf einmal kommt uns ein Ranger-Pickup mit Blaulicht und Sirene entgegen und kurz darauf wieder retour, als würde er etwas suchen. Weitere Fahrzeuge mit Alarmsirenen folgen. Beim Weiterfahren sehen wir, dass es wohl einen Unfall in den Felsen gegeben hat, denn Rettungskräfte sammeln sich am Fuße einer Felswand und steigen gerade mit Trage nach oben. Wir hoffen, dass nichts allzu Schlimmes passiert ist.
Es ist das erste Mal, dass wir die sonst so unaufgeregten Ranger und ihre Autos im Alarmzustand und mit Blaulicht sehen. Für Oskar ist das natürlich die Beste beider Welten: Polizeiarbeit bei den Park Rangern.
Insgesamt ist die Straße durch den Park 63 Kilometer lang. Viele Lookouts bieten gute Aussichten auf die bunten Felsen. Irgendwann ist jedoch unsere Aufnahmefähigkeit begrenzt, und so sehr unterscheiden sich die manche Ausblicke nicht voneinander. So halten wir bald nicht mehr an jedem Spot, und verlassen dann den Loop Drive am Pinnacles Overlook in Richtung Interstate nach Wall. Doch der Nationalpark hat noch eine Überraschung für uns parat: Direkt in Höhe der Parkausfahrt stehen Bisons rechts und links der Straße, die sich aus kurzer Distanz beobachten lassen. Mehrere überqueren die Straße, dabei den Verkehrsstau ignorierend, den sie verursachen. Was für ein Geschenk, diese großen Tiere noch einmal so nahe sehen und sogar brüllen zu hören.
Über die Interstate I-90 erreichen wir dann Wall. Hier steht direkt an der Autobahn eine echte Kuriosität, die schon seit vielen Meilen beworben wird, unter anderem mit dem Angebot "Coffee 5 Ct". Wall Drug ist der größte Drugstore der USA, eigentlich ein ganzes ineinander verschachteltes Konglomerat von Einzelgeschäften, wie ein kleines Einkaufszentrum, das seine Existenz vermutlich einzig den Durchreisenden verdankt, die hier nach Stunden auf der Interstate abfahren, um während einer Pause etwas Kurioses zu sehen. Wir fahren auch hin, zum einen, um uns das Ganze anzuschauen, zum anderen um zu sehen, ob es tatsächlich Kaffee zum Preis aus den 30ern gibt. Ergebnis: So etwas haben wir noch nicht gesehen, Menschen schieben sich durch Geschäftsräume gefüllt mit Dingen, die eigentlich niemand braucht, und noch vieles mehr.

Auch den preiswerten Kaffeeausschank entdecken wir, und der Kaffee ist nicht mal schlecht.
Wir fahren auf der Interstate nach Rapid City zurück. Kurz vor der Stadt passieren wir die Ellsworth Airforce Base. Hier ist die 28th Bomb Wing stationiert, die zum Air Force Global Strike Command gehört und die strategischen Bomber vom Typ B-1 fliegt. So nahe waren wir einer Atomwaffenbasis wohl noch nie.
Wieder in Rapid City angekommen besuchen wir den Cabela's Store, einen riesigen Jagd-, Angel- und Outdoorladen. Wie beim Besuch des Shops in Phoenix AZ ist dieser ebenso eine Wucht. 
Hunderte von Jagdwaffen, Schränke voller Pistolen und Revolver sowie eine große Auswahl von Ausrüstung und Kleidung warten auf Kundschaft, da schlägt das Jägerherz höher. Zum Anschauen gibt es einen großen Ausstellungsbereich mit ausgestopften Tieren, und in der Angel-Abteilung große Aquarien, in dem sogar ein Taucher zu entdecken ist, der gerade die Scheiben sauber macht. 
Schade, dass wir beim Rückflug einer Gewichtsbeschränkung unterliegen, ich hätte hier einiges einpacken können.
Da es inzwischen früher Abend ist und uns nichts in unsere Campside Cabin zurückzieht, beratschlagen wir, was wir zum Abendessen machen. Wie praktisch, das gleich neben dem Jagdladen ein fulminanter Burgerladen steht: Sickies Garage, die wahrscheinlich coolste Art, in Rapid City Essen zu gehen. 